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Prävention

Lebenskompetenztraining zur Gesundheitsförderung und Prävention

Gesundheit ist eine wesentliche Bedingung, um sich gerade als junger Mensch mit seinen Potentialen bestmöglich entwickeln zu können. Die Förderung des Gesundheitsverhaltens und des Bewusstseins für gesundheitliche Problembereiche (Bewegungsarmut, Essstörungen, Drogenkonsum, psychische Probleme) ist Aufgabe von Erziehung und Bildung in der Schule.

Präventionsarbeit an der Gesamtschule Gescher ist integriert in den Fächerkanon der Schule, in das soziale und emotionale Lernen (v. a. in den Klassenstunden), in spezielle Projektage und in niederschwellige Beratungsangebote. Naturwissenschaften (Biologie, Chemie), Sport, Religion und Hauswirtschaft, thematisieren vielfach mit Handlungsbezug Aspekte der gesunden Ernährung, der Drogenprophylaxe, Ursachen und Ausformungen von Essstörungen, die Wichtigkeit von Bewegung und die Bedeutung des Wohlfühlens für das Lernen in der Schule.

Lebenskompetenzprogramme wie „Erwachsen werden“, die ihren Raum in den Klassenstunden haben, stellen auch einen Beitrag zur Gesundheitsförderung (Salutogenese: Förderung der physischen, sozialen und psychischen Gesundheit) dar. Schulische Prävention ist in aller Regel Primärprävention, d. h. sie will die Entwicklung von Fehlverhalten möglichst schon im Vorfeld verhindern, indem sie die Schülerinnen und Schüler befähigt, mit den anstehenden Problemen des täglichen Lebens zurechtzukommen. In diesem Sinne verfolgt der unspezifische Präventionsansatz die Förderung von Lebenskompetenzen und Resilienz. Der spezifische Präventionsansatz stellt Suchtverhalten oder auch Gewaltverhalten in den Mittelpunkt. Er informiert jedoch nicht nur über Wirkungen und Risiken von Suchtmitteln, sondern will helfen, dieses Wissen handlungsorientiert zu verarbeiten und bei Gruppendruck und in Stresssituationen verfügbar zu machen.

Der Suchtpräventionsbeauftragte betreut die verschiedenen Aktionen, die im Folgenden noch ausgeführt werden, und dient als Ansprechpartner für externe Experten, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer. Er unterstützt die Klassenlehrerteams bei der Gestaltung von Projektstunden und kann Kontakte zu weiteren Beratungsstellen vermitteln.

In den Jahrgängen 6 bis 8 nehmen die Klassen jährlich am europaweiten Wettbewerb „Be smart – don’t start“ zum Thema Rauchfreiheit teil. Die Klassenlehrerteams werden bei der Koordination durch den Suchtpräventionsbeauftragten unterstützt. Die Eltern werden informiert. Einige Klassen haben schon namhafte Geldpreise gewonnen und konnten so einen Wandertag in den Freizeitpark finanzieren.

Im Jahrgang 7 kommt für zwei Tage das „Body+Grips-Mobil“ vom Deutschen Roten Kreuz. An diesem Aktionstag geht es um die ganzheitliche Gesundheitsförderung mit den Themen: Drogen/Suchtvorbeugung, Ernährung, soziales Miteinander, Umgang mit Körper und Sexualität sowie Sport. Der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe entsendet zwei Moderatoren und der Suchtpräventionsbeauftragte stellt ein Helfer-Team aus Eltern und älteren Schülern zusammen. In der Dreifachturnhalle und den Umkleiden werden insgesamt 15 Stationen aufgebaut und die Schülerinnen und Schüler durchlaufen den Parcours in Kleingruppen. Pro Tag können zwei Klassen das Programm durchlaufen. Gerade die älteren Schülerinnen und Schüler, die das Programm als Teilnehmende kennengelernt haben und im Idealfall auch die Qualifikation zum Sporthelfer/in erreicht haben, sind die perfekten Moderator/innen für die Peer-Education. Die Klassenlehrerteams und der Suchtpräventionsbeauftragte bekommen auch eine mehrseitige Auswertung und können so flexibel schauen, wie sie in den einzelnen Klassen weiter an bestimmten Themen arbeiten.

Im Jahrgang 8 stehen zwei Suchtpräventionstage auf dem Programm. Der Suchtpräventionsbeauftragte erstellt in Zusammenarbeit mit diversen externen Partnern ein Workshop-Angebot für die Klassen. Thematisch geht es um Alkohol, Nikotin, Cannabis und Essstörungen. Die gemeinsamen Programmpunkte im Klassenverband setzen jeweils unterschiedliche Akzente. Sehr authentisch und mitreißend ist die Lesung eines ehemaligen Drogenabhängigen (Hermann Wenning), der sogar im Knast saß und dank dem Sport wieder von der Sucht loskam. Die Suchtberatungsstelle des Kreises Borken organisiert regelmäßig einen Elternabend und bietet einen Workshop zu Nikotin und Cannabis an. Ein Polizeibeamter stellt sich den Fragen der Schüler. Die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter teilen beim Thema Essstörungen den Klassenverband nach Jungen und Mädchen auf, um auf geschlechtsspezifische Fragestellungen eingehen zu können. Sehr beliebt ist der Einsatz von sog. Rauschbrillen, die den Konsum von Alkohol simulieren. Die Ergebnisse der beiden Tage werden für die weitere Arbeit verwendet, sei es in den Klassenstunden oder in Einzelgesprächen.

Das Thema Alkohol steht auch in Jahrgang 11 noch einmal auf dem Programm, da die Jugendlichen dann ihren Führerschein machen.

Je nach Lage kann auch kurzfristig mit Interventionen auf aktuelle Bedarfe reagiert werden. Gelebt wird die Prävention schließlich durch das konsequente Einhalten des Rauchverbotes an der Schule.