Achten und Achtsamkeit statt Missachtung

 

„Side by Side“-Vortrag berührt

 

Wir sollten jeden Tag die kleinen Fortschritte unserer Kinder wahrnehmen, wertschätzen und achtsam mit ihnen umgehen, denn es steckt so viel Mühe, Arbeit und Freude in ihnen.“ Dies sagte Frau Sandra Hollweg, die letzte Woche im Theater- und Konzertsaal den Gesamtschülerinnen und Schülern von ihrem Projekt „Side by Side“ berichtete. Seit Jahren unterstützt die Städtische Realschule Gescher, und seit ihrem Bestehen auch die Gesamtschule Gescher, das Projekt in dem Ort Katatura in Namibia. Dieses Jahr hielt Frau Hollweg gleich zwei Vorträge, und zwar für die Jahrgangsstufen 5, 7 und 8.

 

Frau Hollweg informierte in ihrem Vortrag mit Videopräsentation über die vielfältigen Arbeitsansätze und das Engagement der Mitarbeiterinnen im Township. Sie stellte dieses Mal das Thema „Achten und Achtsamkeit schenken“ in den Vordergrund. Wie kann man Kinder mit Behinderungen mit ihren Stärken wahrnehmen und fördern? Wie kann man der zweifachen Beeinträchtigung Behinderung plus Armut und Unterernährung begegnen?

 

Seit Anfang des Jahres besuchen täglich zwölf Kinder das Zentrum, 15 Familien wöchentlich die Frühförderung und vier Kinder werden wöchentlich ein bis zweimal im häuslichen Umfeld gefördert. Da sich die Ziele und Aufgaben in den letzten vier Jahren zwar geändert haben, aber das Gesamtkonzept dasselbe geblieben ist, legte Frau Hollweg im diesjährigen Vortrag den Fokus auf die Bedeutung von „Achtsamkeit statt Missachtung“ in der Arbeit mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Die Lebensumstände der Kinder in Katutura ermöglichen es ihnen nicht immer, eine ausreichende Ernährung und den Zugang zu Bildungseinrichtungen (Schule, Kindergarten) zu erhalten und optimal gefördert zu werden. Das Side-by-Side-Zentrum versucht hier die Chancen der Kinder durch gezielte, individuelle Förderung, Kontakte zu den Schulen sowie regelmäßige Einkäufe von Lebensmitteln zusammen mit den Kindern zu erhöhen.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Gescher lauschten sehr interessiert und waren auch betroffen, wenn Frau Hollweg berichten musste, dass sie trotz aller Bemühungen einigen Kindern nicht helfen konnten und diese, auch durch die armutsbedingten Schäden, starben. Ermutigend waren aber die vielen Beispiele, wie Kindern nachhaltig geholfen werden konnte und wie auch ihre Eltern unterstützt wurden, ihr Kind weiter zu fördern.

Sandra Hollweg bedankte sich noch einmal ausdrücklich bei allen Schülerinnen und Schülern für ihre bisherigen Spenden und hofft, dass sie und ihr Team die Arbeit in Katutura noch lange weiterführen können. Dazu soll auch der diesjährige Sponsorenlauf am 22. Juni beitragen, der in guter Tradition von der Realschule organisiert wird und an dem sich auch die Gesamtschule beteiligt.

 

Foto: Die Abteilungsleiterin (Kl. 5-7) Ellen Wilms bedankte sich bei Sandra Hollweg von Side by Side für einen interessanten Vortrag über das Projekt in Afrika.