Delegation der Gesamtschule Gescher informiert sich in Berlin / „Logbuch“ lässt sich verbessern

„Wir können von anderen Schulen lernen“

Es war spannend für die beiden Schülerinnen Neele Hovestadt (Klasse 6b) und Lea Clever (Klasse 6c), als sie sich mit einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern (Karin Emming, Cordula Ostermann, Nicole Schlüter-Franke) und zwei Elternvertreterinnen (Frau Becker, Frau Löderbusch) auf dem Weg zur Evangelischen Gemeinschaftsschule Berlin-Zentrum machten, um sich über die Arbeit dieser Schule zu informieren.

„Wir sind da, weil wir wissen möchten, wie es in den höheren Klassen weitergeht“, formulierte die Schülersprecherin Neele Hovestadt das Ziel dieser Reise. In verschiedenen Workshops stellten Berliner Schülerinnen und Schüler den Gästen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich wichtige Bausteine der Arbeit an ihrer Schule vor.

Von Allgemeine Zeitung


Ähnlichkeiten zur eigenen Schule waren für die beiden Mädchen gleich zu erkennen. Begriffe wie „Selbstgesteuertes Lernen“ oder „Logbuch“ waren bekannt. Schnell aber erkannten sie auch mögliche Verbesserungen, die sie nun in der eigenen Schule vorstellen wollen. Neben einer „Verbesserung des Logbuches“ nannten sie das Fach „Verantwortung“ (Mitarbeit in sozialen Einrichtungen) und das Projekt „Herausforderung“, bei dem die Schülerinnen und Schüler ein Projekt für drei Wochen selbstständig vorbereiten und durchführen.

Lea und Neele fanden die Spinde der Schülerinnen und Schüler „cool“. Einige Bereiche wurden aber auch durchaus kritisch betrachtet. So konnten sich die beiden nicht vorstellen, wie das

Lernen bei einer kompletten Auflösung des Fachunterrichts in einigen Fächern tatsächlich erfolgreich ist. „Gerade für schwache Schülerinnen und Schüler sehe ich hier Probleme“, meinte die Schülersprecherin. Lea fand auch eine Stunde „Englisch“ schwierig, weil irgendwann auch das Sprechen im Unterricht geübt

werden muss.

„Man muss nicht alles neu erfinden, man kann von anderen Schulen lernen“, befand der Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis. „Ich glaube, der Start der neuen Gesamtschule in Gescher ist gelungen. Viele andere Schulen kommen, um die neue Lernkultur kennen zu lernen.

Für uns geht es nun darum, dieses bislang erfolgreiche Konzept auch in den nächste Jahrgängen fortzuführen.“

Die Berlinfahrt steht dabei stellvertretend für die gemeinsame Entwicklung der Gesamtschule mit Lehrerinnen und Lehrern, den Eltern und vor allem den Schülerinnen und Schülern, teilt Manemann-Kallabis mit.